Schwarzwälder Kirschtorte

… oder warum ich jetzt doch eine Schwarzwälder Kirschtorte backen musste.
Mein Papa ist am Wochenende 60 geworden und hat das natürlich gebührend gefeiert. Für die Kuchen und Torten waren meine Schwester und ich zuständig. Eigentlich wollte ich was schickes Mehrstöckiges backen, dazu gibt’s ja sonst wenig Gelegenheit. Aber dann hat mein Papa gemeint, dass er gerne was Klassisches hätte. Am liebsten auch eine Schwarzwälder Kirschtorte. Aaargh! Wie langweilig. Und echt doof, weil ich ja noch nie eine gebacken habe!
Wir haben dann besprochen, dass ich eine Schwarzwälder Kirschtorte, eine Apfeltorte (Apfel-Sahne-Torte), einen Käsekuchen (Himbeeriger Käsekuchen) und einen Rührkuchen (sind dann doch Zitronen-Muffins geworden) mache.
Also gut. Eine Schwarzwälder also. In meinem Standard-Backbuch war schon mal gar keine drin. Supi. Ich hab mich dann entschieden, einfach ein bewährtes Biskuit-Rezept zu nehmen und diesen dann zu füllen. Das hat dann auch gut geklappt.
Beim Backen sind mir dann wie so oft schon mehrere Dinge aufgefallen:
  1. Ich war richtig dankbar für meine vielen Kuchenformen. Ich hab nämlich alle Standard-Formen doppelt. Dann geht das Backen viiieeel schneller.
  2. Beim Backen bin ich dann aber schier verzwabselt. Ich glaub, ich brauch mal einen zweiten Ofen 😉
  3. Meine alte Küche war eindeutig zu klein. Die neue ist zum Glück größer. Meine neue Küche ist eindeutig zu klein.
  4. Ich liebe meine neue Spülmaschine!!!
  5. Ich LIEBE meinen großen Kühlschrank, in den 2 große und 2 kleine Tupper-Kuchencontainer passen.
  6. Sosehr ich mich auch anstrenge, nach vier Kuchen herrscht immer Chaos. Menno!

 

So. Jetzt aber zum Rezept meiner ersten Schwarzwälder. Im Endeffekt würde ich beim nächsten Mal alles gleich machen, nur die Füllung etwas anders aufteilen. Wundert euch also nicht, wenn ich es im Rezept schon ein wenig anders schreibe.
Ich hab auch zum ersten Mal Gelatine zu meiner Sahne gegeben, weil ich Panik hatte, dass die Torte bei den heißen Temperaturen und 1 1/2 Stunden Fahrt schlappmacht. Zum Glück hat alles gehalten und man hat die Gelatine nicht geschmeckt.
Ihr braucht für den Biskuit:
7 Eier
245g Zucker
1 Päckchen Vanillin-Zucker
175g Mehl
3 TL Backpulver
70g Speisestärke
50g Back-Kakao

für die Kirsch-Füllung:
1 Glas Sauerkirschen
30g Speisestärke
25g Zucker
3 EL Kirschwasser

für die Sahne-Füllung:
1 Päckchen gemahlene Gelatine
5 EL kaltes Wasser
1000 g kalte Schlagsahne
50g Zucker
1 Päckchen Vanillin-Zucker

zum Verzieren:
200g dunkle Raspelschokolade
13-17 Belegkirschen (eine pro Stück + eine für die Mitte)

 

 

So gehts:
5 Eier und zwei Eigelb in einer Rührschüssel schaumig schlagen. Die übrigen zwei Eiweiß seperat steif schlagen und dabei langsam Zucker und Vanillin-Zucker einrieseln lassen. Mehl mit Backpulver, Stärke und Kakao mischen und unter die Eigelbmasse rühren. Den Eischnee unterheben. Teig in eine 26er-Springform füllen und glatt streichen.
Bei 180°C ca. 40 Minuten backen. Den Boden auskühlen lassen.
Sauerkirschen gut abtropfen lassen, den Saft dabei auffangen und 250ml abmessen. Stärke mit Zucker und 4 EL Kirschsaft anrühren. Übrigen Saft zum Kochen bringen, die angerührte Stärke und alles nochmals kurz aufkochen lassen. Kirschen und Kirschwasser unterrühren.
Den Boden drei Mal teilen. Einen Tortenring um den untersten Boden legen und die Kirschmasse darauf verteilen. Die Masse (am besten im Kühlschrank) fest werden lassen.

Gelatine mit kaltem Wasser in einem kleinen Topf verrühren und 5 Minuten zum Quellen stehen lassen. Dann unter Rühren erwärmen, bis alles gelöst ist. Das ist wichtig, da es sonst zu unschönen Klümpchen kommt. Die Sahne schlagen. Kurz bevor sie steif ist, unterbrechen und 3 EL Sahne unter die Gelatine rühren. Dann die Sahne weiterschlagen und währenddessen erst die Gelatinemasse, dann Zucker und Vanillin-Zucker dazugeben.
Eine dünne Schicht Sahne auf die Kirschmasse auftragen und glattstreichen. Den zweiten Boden auflegen und vorsichtig andrücken. Diesen wieder mit Sahne bestreichen und den nächsten Boden daraufsetzen. Auch den dritten Boden mit Sahne bestreichen. Den vierten Boden daraufsetzen. Jetzt den Tortenring entfernen und die Torte rundherum mit Sahne einstreichen. Zum Glätten am besten mit einem Spatel um den Rand fahren. Ein Drehteller ist dafür sehr praktisch.
Die restliche Sahne in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen. (Wer sich nicht sicher ist, ob genügend Sahne übrigbleibt, kann den Spritzbeutel auch gleich am Anfang füllen und beiseite legen.) Um den Rand große Sahnetuffs spritzen. (Je nach Anzahl der Stücke 12 oder 16.) Noch einen großen Tuff in die Mitte spritzen.
Raspelschokolade mit der flachen Hand am Rand der Torte andrücken. Ein paar Schokoraspeln auch auf die Mitte der Torte streuen. Dann noch auf jeden Sahnetuff eine Kirsche setzen.
Die Torte mehrere Stunden kalt stellen.


Die kläglichen Überreste der Torten wurden dann übrigens noch beim Münchner Bloggerpicknick verputzt. Ich konnte mich nicht mehr dazu überwinden, am selben Wochenende noch etwas zu backen…
Bis bald und viel Spaß beim Nachbacken!
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7 Kommentare zu “Schwarzwälder Kirschtorte

  1. Tja Papa-GmbH, ausgenommen volle Haftung bei „Schuldübernahmen jeglicher Art“.
    Jetzt auch die Schuldübernahme für das Backen dürfen einer altmodischen Torte ;;))

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