Fürst-Pückler-Cupcakes


Vom Eis zum Cupcake

Letzte Woche habe ich Cocktails in Torten verwandelt, diese Woche vergreife ich mich am Eis. Und zwar am Fürst-Pückler-Eis, über das ich seit meiner Schulzeit genauestens Bescheid weiß, denn mein damaliger Mattelehrer war ein Feinschmecker und beglückte uns nicht nur mit diversen Anekdoten und Geschichten über die verschiedensten Gerichte (so auch die des Fürst-Pückler-Eises), sondern auch mit dem weltbesten Rezept für rote Grütze (das ich leider immer noch nicht ausprobiert habe). Mit einer Frage nach einem Rezept konnte man ihn übrigens immer hervorragend von der Mathematik ablenken…

Ich sehe den werten Herrn Z. vor meinem inneren Auge auf und ab schreiten, während er uns in vergangene Zeiten entführt. *räusper*

Fürst-Pückler-Eis ist ein Trio aus verschiedenen Eissorten (Schoko – Vanille/Makrone – Erdbeer/Himbeer/Kirsch), die aneinanderkleben. Den Namen hat es von Parkgestalter und Reiseschriftsteller Hermann von Pückler-Muskau. Das älteste bekannte Rezept für ein Fürst-Pückler-Eis stammt schon aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, denn zu dieser Zeit widmete ein Koch dem Fürsten dieses Eis. Der Fürst jedoch wusste wahrscheinlich gar nichts von seinem Glück. Er liebte zwar gutes Essen, kam aber laut seiner „Tafelbücher“, in denen er seine Menüs dokumentierte, nie in den Genuss „seines“ Eises.

Wirtschaftswunder trifft Fifties

In den 50er Jahren schließlich erlebte nicht nur das Eis, sondern auch andere Fürst-Pückler-Naschereien eine Renaissance. Ich sage nur Wirtschaftswunder… Die Menschen konnten wieder schlemmen und es gibt aus dieser Zeit ziemlich viele ziemlich üppige Rezepte für Fürst-Pückler-Schnitten, Fürst Pückler Torten und natürlich auch Eistorten. Alle natürlich mit viel guter Butter, Sahne und Schokolade, am liebsten aber gleich mit „Schokoladenbutterkrem, Vanillebutterkrem, Erdbeerbutterkrem, mit Kuvertüre übergossen“. Meine Güte!

Ich habe für meine Fürst-Pückler-Cupcakes schließlich einen luftig-leichten Boden mit etwas quietschbuntem amerikanischem Fifties-Flair und üppiger Sahnehaube verziert. Ohne Buttercreme. Das wäre dann doch übertrieben. 😉




Nach der Vollendung kam dann auch leider gleich der erste Absturz. Da hatte ich dann aber wenigstens eine gute Ausrede zum Naschen!



Fürst Pückler Cupcakes

3 Eier
1 Prise Salz
200g Zucker
l Päckchen Vanillezucker
100ml Sahne
100ml Milch 
200g Mehl
1 TL Backpulver

600ml Sahne
3 Päckchen Vanillezucker
1 Vanilleschote
50g Himbeeren
30g Zartbitterschokolade
Streusel


Den Backofen vorheizen. Ein Muffinblech einfetten oder mit Papierförmchen auslegen. Die Eier trennen, das Eiweiß mit einer Prise Salz steifschlagen und zur Seite stellen. Eigelbe mit Zucker und Vanillezucker aufschlagen. Sahne und Milch unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und vorsichtig unterheben. Zum Schluss den Eischnee ebenfalls unterheben und die Masse auf die Förmchen verteilen. Bei 180°C ca. 15 Minuten backen. Abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Die Schokolade schmelzen. Die Vanilleschote aufschneiden und die Samen herauskratzen. Die Himbeeren erhitzen und durch ein Sieb drücken. Die Sahne mit dem Vanillezucker halbsteif schlagen und dritteln. Jeweils die Geschmackszutat (Vanille, Schokolade, Himbeersaft) unter ein Drittel schlagen, bis die Sahne steif ist. Die Masse in drei Sprutzbeutel mit Sterntülle füllen (oder nacheinander arbeiten). Zuerst die Schokosahne kreisförmig auf die Törtchen spritzen. Dann Vanillesahne und zum Schluss Himbeersahne aufspritzen. Mit Streuseln dekorieren und kalt stellen.


Bis bald und viel Spaß beim Nachbacken!
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2 Kommentare zu “Fürst-Pückler-Cupcakes

  1. Liebe Johanna,
    da hast du ja ganzschön Recherche-Arbeit betrieben. Note 1+! 🙂
    Danke für diesen Ausflug in die Geschichte und noch ein größeres Danke für deine tollen Cupcakes. Sie sind wunderhübsch geworden. Was für ein Glück, dass der erste abgestürzt ist. So konntest du gleich kosten!

    Alles Liebe,
    Conny

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