Johannisbeerzopf

Johannisbeerzopf

Die Sache mit den Fehlversuchen…

Meistens gelingen mir Kuchen gleich beim ersten Mal, die Optik passt und sie schmecken gut. Dann gibt es allerdings immer wieder Exemplare, die äußerst unkooperativ sind und beim ersten Versuch ganz und gar keine Ähnlichkeit mit dem Bild in meinem Kopf haben. Dann muss ich einfach nochmal ran, um eine zweite Version zu backen. Gaaanz hartnäckige Fälle müssen dann noch ein drittes Mal verbessert werden. Ein viertes Mal gibt es nicht – dann wandert das Rezept zusammen mit dem Kopf-Traumbild in die Tonne.

Johannisbeerzopf

Reiche Johannisbeer-Ernte

Der Johannisbeerzopf war so ein Fall. Nachdem unser wunderschönes Johannisbeer-Bäumchen leider dem Rasentrimmer des Gatten zum Opfer fiel, durfte ich dieses Jahr den gesamten Strauch meiner Eltern abräumen (Yay!) und kam mit reichlich Johannisbeeren nach Hause. Ich wusste noch nicht, dass ich insgesamt über ein Kilo verbacken würde, bis der Johannisbeerzopf halbwegs was gleichsah. Version eins war zwar durchaus lecker, aber leider auch durchaus verlaufen. Für Version zwei musste ich mir dann schon das Backpapier bei den lieben Nachbarn leihen. Leider wurde er trotzdem eher unhübsch. Nach einer weiteren kleinen Rezept-Änderung ging dann am nächsten Tag Version drei an den Start.

Johannisbeerzopf

Du hast doch wieder sowas Komisches gebacken, das ich essen soll…

Dem Gatten schwante nichts Gutes, als er meine Backaktion verfolgte. Schließlich stand eine mehrtägige Johannisbeerzopf-Diät im Raum. Schließlich fragte er nach seinem Probierstück. Ich fühle mich dann immer, als müsste ich Heinz Horrmann Rede und Antwort stehen – der Gatte ist mein schärfster Kritiker. Er war dann erleichtert, dass die Zöpfe zumindest schmecken. Wobei er dann doch irgendwie keine drei Zöpfe essen wollte. Aber zum Glück haben die lieben Nachbarn uns dabei geholfen, sie zu vernichten.

Johannisbeerzopf

Johannisbeerzopf

für zwei kleine Zöpfe

Teig
300g Mehl
1/2 Würfel Hefe
50g Zucker
110ml Milch
40g Butter
1 Ei
abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone

Füllung
2 EL Johannisbeergelee
100g Marzipan
300g Johannisbeeren

Deko
20g flüssige Butter
50g Mandelsplitter
etwas Puderzucker


Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde formen. Die Hefe in die Mulde bröseln. Den Zucker darüberstreuen. Milch erhitzen, bis sie lauwarm ist und zur Hefe geben. Mit etwas Mehl vom Rand zu einem Vorteig verrühren. An einem warmen Ort 15 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Die Butter schmelzen und mit Ei, Zitronenschale und Salz zum Vorteig geben. Alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. Abgedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Johannisbeeren waschen und abzupfen.

Den Teig in zwei Teile schneiden und beide Hälften quadratisch ausrollen. Mit Gelee bestreichen und mit einer Handreibe großzügig Marzipan darüber reiben. Dann die Johannisbeeren darauf verteilen. Beide Teigplatten vorsichtig aufrollen. Die Rollen auf das Blech legen und längs (mittig) durchschneiden. Die beiden Stränge umeinander flechten. Die Zöpfe mit flüssiger Butter bestreichen. Etwa 20 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze backen.

Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.


Bis bald und viel Spaß beim Nachbacken!
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4 Kommentare zu “Johannisbeerzopf

  1. haha… Sehr schön geschrieben 😉 und du hast wirklich einen langen Atem. Bei mir wandert ein Rezept in den Müll, wenn es beim ersten Versuch nicht gelingt. Aber es hat sich gelohnt, der Zopf sieht klasse aus!

    Liebe Grüße,
    Daniela

    1. Liebe Daniela,
      danke dir! 😀
      Naja, ich hatte wohl ne gute Tagesform und ein gaaaanz starkes Habenwollen-Gefühl. 😉
      Ich hab ja auch schon mal Cakepops nach dem ersten Versuch in die Spüle gepfeffert und das Rezept nie wieder angeschaut…
      Viele Grüße
      Johanna

  2. Wir sind durch drei alte und große Sträucher mit reichlich Johannisbeeren gesegnet. Deine große Anzahl an Backversuchen schreckt zwar erst einmal ab, der vermutete Geschmack und die herrliche Optik lassen aber hoffen. Ich werde mich an dem Zopf auf jeden Fall versuchen. Da ich noch nicht so viele Zöpfe gebacken habe, stellt sich mir allerdings die Frage, was genau mit „beide Stränge umeinander flechten“ gemeint ist. Könntest du das bitte erläutern?

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