Brave Kokoskekse

Kokoskekse

„Bayerns brave Blogger“ – Überschriften müssen polarisieren.

Es stimmt, mit Kuchenrezepten kann man kaum zum Landesverräter werden und locker-leichte Themen jenseits der deprimierenden Ernsthaftigkeit der Politik sind nicht jedermanns Sache. Während Politik-Blogger gerade zunehmend kritisch beäugt oder gepusht werden, besinnt sich Bayern laut Welt am Sonntag auf seine „braven“ und „biederen“ Blogger. Moment mal. Ist das jetzt nett gemeint oder eher gemein?

Kokoskekse

Bayerns brave und biedere Blogger

Würde ich im frühen zwanzigsten Jahrhundert leben, wäre ich wahrscheinlich geschmeichelt. Als Kind des einundzwanzigsten Jahrhunderts fühle ich mich dank Sprachwandel eher herabgesetzt. „Bieder“ besitzt für mich einen deutlichen negativen Beigeschmack. Der Duden bestätigt es: „auf beschränkte Weise rechtschaffen, allzu naiv; einfältig, […] hausbacken und unoriginell; langweilig und ohne Reiz“. Yay!

Kreativ? Fehlanzeige.

Brav heißt das Stichwort. Laut Duden: „artig, folgsam […] einfallslos, fantasielos, harmlos, hausbacken, langweilig, […] spießig“. Hach, was ein Glück, dass Bayern so spießige Blogger hat, die man mittels zwei Eigenschaften in eine saubere, ordentliche Schublade packen kann.

Kokoskekse

Landesverräter vs. Landpomeranze

Bin ich jetzt zwangsläufig eine fantasielose Spießerin, wenn ich Kuchen backe und darüber blogge? Sind meine Backwerke so einfallslos? Und gibt es in der endlosen Weite der Blogosphäre wirklich nur die Kategorien Landesverräter und Landpomeranze, die so schön provozierend gegenübergestellt werden können?

Zugegeben, ich habe mich jetzt nur an einer Überschrift festgebissen… vielleicht bin ich ja doch nicht ganz so artig. Der bayerische Blogosphäre ist eben „bodenständig und selbstbewusst“. (Und diese Zwischenüberschrift hat mich dann fast wieder versöhnt…)

Zur Beruhigung gibt es passend zur Limetten-Kokostorte jetzt den zweiten Teil des White Dinners. Lecker-biedere Kokoskekse… Ich schwelge im virtuellen Dinnerhimmel, eine leichte Brise lässt die Bäume rauschen…

Kokoskekse

Kokoskekse

etwa 30 Stück

250 g warme Butter
60g Puderzucker
2 EL Vanillezucker
150g Mehl
150g Speisestärke
55g Kokosflocken
30ml Milch

50g weiße Schokolade
50g Kokosflocken


Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Butter, Puderzucker und Vanillezucker aufschlagen. Weizenmehl und Speisestärke nach und nach hinzufügen und alles kräftig verrühren. Kokosflocken und Milch unterrühren. Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und etwa 4 cm lange Kekse auf das Blech spritzen. Etwa 10 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Die weiße Schokolade schmelzen und ein Ende jedes Kekses hineintauchen. Mit Kokosflocken bestreuen. Auskühlen lassen.

Süße Grüße!
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5 Kommentare zu “Brave Kokoskekse

  1. Liebe Johanna,
    mich hat die Online-Überschrift der WamS auch geärgert, weil man ja nicht alle (bayerischen) Blogger über einen Kamm scheren kann. Außerdem ist es ja auch nicht so – wie jemand in unserer Facebookgruppe des Münchner Bloggerstammtischs schrieb -, dass alles außerhalb des angeblichen Landesverrats von netzpolitik.org „brav“ sei.
    Wie wäre es mit der Übersetzung: „Brave Bloggers in Bavaria“?
    Das englische Wort „brave“ lässt sich nämlich nicht nur als brav übesetzen, sondern auch mit kühn, mutig, tapfer, bravourös, tüchtig und unerschrocken.
    In diesem Sinne: weiter so!
    Sonnige Grüße von Karin

    1. Liebe Karin,
      nö, ich übersetze es nicht, ich stänkere lieber ein bisschen. 😉
      Viele Grüße
      Johanna

  2. Ach Johanna – mach das nächste Mal einfach Schokoguss drauf und nenn die Plätzchen „Scheißhauferl“. Das kommt dann vielleicht cool genug nördlich der Donau. Ansonsten mach einfach ganz genau so weiter! (Wobei mich Scheißhauferl aus Deiner Sicht interpretiert jetzt echt interessieren würden.)

    Sie wollten bestimmt „bravourös“ schreiben, und Autocorrect hat „brav“ draus gemacht. Hätten sie einfach mal „bezaubernd“ genommen, dann wäre das nicht passiert!

    1. Scheißhauferl? Find ich super! 😀
      Vielleicht gibt es ja demnächst „bezaubernde Scheißhauferl“.
      You made my day!
      Johanna

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